Foto: Ostfriese, Veteranin am Großen Dolgensee

Zusammenfassung der vergangenen 65 Jahre Vertreibung aus Pommern

Siehe hierzu auch Filme bei YOUTUBE unter "Revekols channel" und bei GOOGLE "Pommern-Stolp-Vietkow-Lupinenberg-Pigorsch"

Willkommen auf der Seite Pommern-Pomorze!

Der Hauptgrund, diese HP einzurichten, ist über die Eitelkeiten einer Selbstdarstellung hinaus folgender:

Ich möchte für meine Kinder die Möglichkeit erarbeiten, im friedlichen Zusammenleben mit den heute im Geburtsland ihrer Vorfahren lebenden Menschen die Schönheiten der Natur während ihrer Besuche zu genießen, Bekanntschaften zu machen und Freunde zu gewinnen.

Die Familie am Ortseingang Vietkow

Seit 2007 bin ich auf der Suche nach meinen Wurzeln, die in Vietkow, Kreis Stolp, Pommern im Jahre 1938 gesetzt wurden.

Mit Hilfe der Familienforscher der Stolper Heimatkreise konnte ich einige wenige Vorfahren ermitteln. Die Schwierigkeiten liegen hierbei in der Tatsache, dass im Verlaufe der Jahrhunderte sich die Schreibweise meines Namens geändert hat, je nachdem, zu welchem Land Pommern nun gerade gerechnet wurde.

Mein Großvater wurde von seinem Vater als Pigors in das Kirchenbuch von Schmolsin eingetragen. Wann es nun dazu kam (oder kommen musste!), dass er Pigorsch hieß, bleibt Spekulation. Es ist deshalb sehr schwierig, weiter in die Vergangenheit vorzudringen.

Bin ich nun Pole, Deutscher, Kaschube, Slowinze? Auf jeden Fall aber Pommer. Ich habe dort gelebt und es ist mir egal, ob es nun so oder so ist. Für die Polen bin und bleibe ich wohl immer Deutscher und für den „Stolper Heimatverein“ suspekt, weil ich mich als „Kaschube“ meldete.

Das bedeutet: Meine Beiträge werden in Polen nicht ins Netz gestellt und meine Einstellungen zu „Heimat“ und meine „Anbiederung“ erscheinen nicht in den Beiträgen im offiziellen Gästebuch des Heimatvereins.

Auf den Punkt gebracht: Pommern war die Heimat meiner Kindheit, Schleswig – Holstein meine jetzige Heimat, die auch die Heimat meiner Kinder ist.

Mit dieser Einstellung war ich auch schon bei meinem Vater in der Jugendzeit ein „Vaterlandsverräter“.

Aus der Sicht meines Vaters mag das wohl stimmen, aber nicht für mich und meine Kinder und deshalb habe ich schon vor längerer Zeit einen Strich gezogen, um meine Kinder von allen Querelen frei zu  halten. Sie haben keine Ressentiments gegenüber den heute in meinem Heimatdorf Vietkow lebenden polnischen Menschen und stellen keinerlei Rückgabeansprüche.

Die Erlebnisgeneration der heimatvertriebenen Pommern ist inzwischen nicht mehr am Leben und somit das Heimatgefühl der nachfolgenden Generationen ein anderes.

Für die älteren Pommern geht ein eher trauriges Kapitel ihrem Ende entgegen: Jahrzehntelang wurde diesen Menschen von Stimmen fangenden Politikern auf den Treffen der Vertriebenen gesagt: „Wir werden dafür sorgen, dass ihr eure Heimat wiederbekommt.“

Das konnten (oder wollten??) sie aber nicht wahr machen, weil die „Weltgemeinschaft“ das nicht zuließ.

Übersetzung: ROBERT KUPISINSKI, Museum Slupsk

 

Od roku 2007 poszukuję własnych korzeni, które sięgają roku 1938 i miejscowości Wietkowo, w powiecie słupskim na Pomorzu.

 

Dzięki badaczom stron rodzinnych ze stowarzyszenia dawnych mieszkańców powiatu słupskiego udało mi się ustalić, kim było kilku moich przodków. Problem w tym, że pisownia mojego nazwiska zmieniała się na przestrzeni wieków, w zależności od tego, do jakiego państwa Pomorze w danym momencie należało.

 

Mój dziadek został wpisany przez swego ojca do księgi kościoła w Smołdzinie jako Pigors. Kiedy to się stało (lub musiało się stać!), że zaczął nazywać się Pigorsch, pozostaje spekulacją. Dlatego jest rzeczą bardzo trudną, wniknąć dalej w przeszłość.

 

Czy jestem więc Polakiem, Niemcem, Kaszubem czy Słowińcem? Bądź co bądź mieszkałem tam i nie gra dla mnie roli, czy jest tak albo inaczej. Dla Polaków pozostanę chyba na zawsze Niemcem, a dla „Związku Słupszczan” podejrzany, bo zgłosiłem się jako „Kaszub”.

 

Oznacza to: moje teksty nie ukażą się w sieci w Polsce, a mój stosunek do „małej ojczyzny“ i moje „zabiegi o względy“ nie będą stanowić oficjalnej treści w księdze gości związku dawnych mieszkańców.

Krótko mówiąc: Pomorze było mała ojczyzną mojego dzieciństwa, obecnie jest nią dla mnie i moich dzieci Schleswig-Holstein.

 

Przez takie nastawienie już w młodości uchodziłem w oczach mojego ojca za „zdrajcę ojczyzny”. De facto w moim przypadku może to być prawdą, ale nie w przypadku moich dzieci i dlatego już dawno uznałem sprawę za zamkniętą, żeby uchronić dzieci przed wszelakimi utarczkami. Nie żywią one żadnych resentymentów w stosunku do mieszkających obecnie w mojej rodzinnej wsi Wietkowo Polaków i nie stawiają żadnych żądań zwrotu.

 

Pokolenie Pomorzan, które przeżyło wygnanie ze stron rodzinnych, już nie żyje, a poczucie stron rodzinnych następnej generacji jest już inne.

 

Dla starszych Pomorzan smutny rozdział zbliża się ku swemu końcowi: przez dziesięciolecia żądni głosów politycy opowiadali tym ludziom na zjazdach wysiedleńców: Zadbamy o zwrot waszych stron rodzinnych”. Jednak tych słów nie mogli (czy nie chcieli) zrealizować, ponieważ „wspólnota międzynarodowa” na to nie pozwalała.

Herzlichen Dank!

 

Herr Kupisinski übersetze mir freundlicherweise den Starttext, so dass auch polnische Mitbürger mein Anliegen verstehen können.

Da einige Passagen meines Textes nicht exakt formuliert sind, werden Korrekturen erfolgen, ohne den Sinn zu verändern.

Wo stehe ich?

Standort – Standpunkt

 

Ich möchte zuerst einmal klären, auf welcher Seite ich nicht stehe:

  1. Ich stehe nicht auf der Seite derer, die in den 6o/ 80er Jahren kurz vor Wahlen bei den Heimatvertriebenen in deren Versammlungen auftraten und verkündeten: „Wir bekommen unsere Heimat zurück:“ Am Ende der Versammlung durften die Anwesenden dann das von Herrn von X  geschriebene Buch handsigniert erwerben. Meine Mutter hat sich damals sehr geschämt, weil ich dem Herrn die Versprechung als Gemeinheit vorgeworfen hatte und sich bei ihm entschuldigt. Das Buch habe ich geerbt, obwohl meine Mutter ihre Heimat noch nicht zurück bekommen hatte. Vielleicht hatte er sie auch gar nicht gemeint.
  2. Ich stehe nicht auf Seiten derer, die auch heute noch Fronten aufbauen, obwohl  die Osterweiterung einander doch näher zusammenrücken lassen sollte? Aber genau das bringt wohl neue Ängste und Spannungen in das Verhältnis Deutsche/Polen. Jetzt wird wohl auch klar, warum die Amerikaner uns den Friedensvertrag nach dem Ende des 2. Weltkrieges vorenthalten haben: Im erweiterten Besatzungsgebiet lassen sich trefflich Atomraketen installieren (Lonzke Dünen bei Scholpin), wodurch sich die Russen schon wieder bedroht fühlen. Wir Heimatvertriebenen haben es nun leichter nach Polen zu reisen, was (in meinem Fall) leider dazu führt, dass sich die „neuen Kaschuben“ bedroht fühlen: die alten könnten ja zurück kommen.
  3. Ich stehe nicht auf der Seite derer, die geschichtliche Momentaufnahmen zum „Evangelium“ erheben. Da ich vermutlich Kaschube bin (Name, Geburtsort, ohne Stammbaum über meinen Großvater hinaus), kann ich nur feststellen, dass „Das kleine Völkchen der Kaschuben“ weder Schweden, noch Germanen noch Slawen oder Slowinzen Polen oder Deutsche, sondern immer mehr oder weniger Mischung aus all dem waren und sind. Trotzdem wurden sie zum überwiegenden Teil von den jeweiligen Machthabern bedrängt und vertrieben.
  4. Ich stehe nicht auf der Seite derer, die heute den Eindruck erwecken (wollen?), die Gegend um Kluki sei von katholischen Kaschuben bewohnt gewesen. Mein Geburtsort Vietkow hatte zu meiner Zeit einen einzigen Katholiken. Der Rest war entweder evangelisch oder Heide. Es ist verständlich, dass, wenn Katholiken in diese Gegend gekommen sind, dass sie dann auch ihre Religion leben möchten, was man in jedem Dorf bei Abendandachten und an den geschmückten Kreuzen auf den Dorfplätzen sehen kann.
  5. Ich stehe nicht auf der Seite derer, die auch heute noch von den „Scheißpollacken“ sprechen, aber von ihnen erwartet haben, sie sollten ihr ehemaliges Hab und Gut für sie pflegen und erhalten. Auch bin ich der Meinung, dass Polen nicht in deutsche Gästebücher schreiben, dass man es den Deutschen heimzahlen müsse, was sie den Polen angetan haben (HP Simone Wenzel-Musch: GB-Eintrag Nr. 47, Jeziersky).
  6. Ich stehe nicht auf Seiten derer, die 60 Jahre lang keine für alle erträgliche Lösung finden wollten?, konnten? oder mussten?, sondern es den Betroffenen überlassen haben, ihre Organisationen selbst aufzulösen, obwohl diese Probleme politischer Natur sind und somit den von uns gewählten Politikern zustehen.                                       
  7. Sind wir ehrlich: Die lobenswerte Mühe einzelner Vertriebener u. Flüchtlinge hat es in jahrzehntelanger Arbeit gebracht, dass nur noch wenige miteinander in Verbindung stehen und sich (falsche?) Hoffnungen machen.                                                                     Hinzu kommt, dass Auflösungserscheinungen aus dem Heimatverein heraus betrieben wurden – aus welchen Motiven auch immer. Die Vereinsmitglieder der Erlebnisgeneration sind traurig und enttäuscht. Ihr Alter hindert sie daran, aktiv im Verein mit zu wirken, um so ihre Belange zu steuern. Einige wenige können auf Dauer die Arbeit nicht bewältigen und kämpfen einen aussichtslosen Kampf in Verbitterung.

 

 

Ich stehe nur noch mit einem heimatlichen Bein im Leben; das Holzbein mag auf dem bekannten Holzweg sein, aber ich stehe zu dem, was mir durch den Verlust klar wurde:

Wir Heimatvertriebenen wohnen jetzt zwar nicht mehr in der Geburtsheimat, wohl aber im Paradies. Meine Mutter hatte das letzten Endes bei ihrem Besuch in Witkowo 1990 begriffen. Dort und unter den immer noch ärmlichen Umständen wollte sie nicht leben müssen. Das Photoalbum über die Pommernreise und die unterschiedlichen Auffassungen hat in Bad Driburg beim Vietkow- Treffen vorgelegen und ist von den Anwesenden, meinem nicht anwesenden Vater und der Familie Seddig (Vietkow) ergänzt worden.

Dieses Album habe ich gegen Empfangsbescheinigung im Museum in Stolp (es sollte ursprünglich nach Kluki) Herrn Kupisinski übergeben.

Außerdem erhielt er eine Mappe mit Unterlagen über eine Aktion meiner Hauptschulklasse in Kellinghusen aus den 80er Jahren. Die Schüler haben im Werkunterricht Nistkästen und Weihnachtsschmuck hergestellt und auf dem Wochenmarkt verkauft. Von diesem Geld und gespendeten Sachen wurden „Polenpäckchen“ gepackt und an namentlich bekannte Familien (Liste vom ev. Pastor in Breitenberg, Konfirmandenunterricht) geschickt. Der rege Schriftwechsel zwischen den einzelnen Schülergruppen und den Polen wurde in der Klasse verlesen, was eine  Annäherung (Anbiederung?) brachte. Die Schüler hielten den Angriffen aus der deutschen Bevölkerung und den Eltern stand. Die Dokumente zeigten den Schülern aber nicht nur größte Dankbarkeit, sondern auch Dreistigkeit: „Wir wollten eigentlich keine „Puma“ – Schuhe, sondern „Nike“: und schon hatte eine andere Adresse Vorrang!

 

Fazit:

Nach den bisherigen Schilderungen werden mein Standpunkt und somit auch mein Standort klar:

Ich stehe im gemeinsamen Lager.

Mein Heimatbegriff ist nicht auf die klassische „Geburtsheimat“ reduziert. Das bedeutet für mich: Vietkow/Witkowo ist immer noch ein Teil meiner „Allheimat“ und auch eine „Neue Heimat“ für meine Kinder durch die Vermeidung von aggressiven Gefühlen gegen die jetzt dort geborenen und „umgeheimateten“ polnischen Mitbürger. Meine Kinder sind hier geboren und hier ist ihre Heimat, aber sie werden gern wieder zu Besuch nach Polen fahren, weil sie die Schönheit der Landschaft kennen gelernt haben und eine wunderbare Gastgeberin, die auch heute noch „die Deutsche“ heißt, obwohl sie Polin ist.

  

    Ich halte auch meine 2. Backe hin.          Lothar Pigorsch

 

Im Frieden miteinander für Europa
Post aus Polen 1985

Photoalbum und Polenpäckchen

Aktenübergabe an Herrn Kupisinski

Bei unserem Besuch im Museum Slupsk 2008

2 Beiträge für das Museum Klucki

Von:

Lothar Pigorsch (pietschi_pigorsch@hotmail.de)

Gesendet:

Freitag, 9. Mai 2008 13:28:18

An:

muzeum@muzeum.slupsk.pl

Sehr geehrter Herr Soja!
 
Ich bin in Vietkow, Kreis Stolp in Pommern geboren worden. Durch die Vertreibung sind wir nach Kellinghusen, Schleswig - Holstein gekommen. Vor ein paar Jahren habe ich mit meiner Mutter und meiner Schwester eine Fahrt nach Polen gemacht. Es ist ein
Photoalbum entstanden, in welchem die Vorkriegsgeneration, die Kriegsgeneration und die Nachkriegsgeneration über die "alte Heimat" schreiben, was sie zu den Bildern sagen. Dieses Album möchte ich dem Museum in Klucki übereignen.
Sie haben dann schriftlich, wie sich die Einstellungen verändert haben.
Darüber hinaus habe ich in der Hauptschule in Kellinghusen mit meinen Schülern
"Polenpäckchen"
verdient, gepackt und nach Polen verschickt. Der Schriftwechsel darüber dürfte auch sehr aufschlussreich sein. Die Unterlagen möchte ich auch als Beitrag zu einer aussöhnenden Verständigung zwischen den polnischen und deutschen Menschen sehen.
Meine Kinder und ich werden in diesem Jahr nach Vietkow fahren (3Tage).
Falls Sie interessiert sind, bitte ich um Antwort, damit weitere Formalien geregelt werden können.
Mit freundlichen Grüßen
 
Lothar Pigorsch

Investiere deine Energie in positive Zukunft, nicht in schlechte Vergangenheit

Leider kein Echo

Bild L. Pigorsch 1990

Das Geld, das man einsetzt, um Überlebenswichiges NICHT an den Bürger heran zu lassen, würde ausreichen, um eine bessere Zukunft (für die Menschheit) zu erreichen. Jedoch für die Raffkes der Erde sind diese Ausgaben PEANUTS.
Auf dem Bild: Kinder in Witkowo, wo wir früher auch gespielt haben.
Das Bild war gerahmt in Polen übergeben worden, damit es an die richtigen Personen weiter gereicht werden konnte. Leider nicht angekommen. Warum? Ja warum??
Ist Frieden so gefährlich?

 

info@deutsch-polnische-freundschaft.de

Deutsch-Polnische Freundschaft=Przyjaźń Polsko-Niemiecka
Photo: Ostfriese, Es gibt sie wirklich